Die Xiaomi MiBand-Familie im Vergleich

Alle Freunde der günstigen China-Gadgets haben es sicherlich bereits gehört: Das MiBand 2 ist erschienen!

Wer von alle dem noch überhaupt nichts gehört hat, für den lohnt sich der ausführliche Vergleich in diesem Beitrag.IMG_0387

Ein MiBand ist ein Fitnesstracker der Firma Xiaomi. Wie der Name vermuten lässt, ein chinesischer Hersteller. Jedoch einer der besseren. Xiaomi ist ebenfalls bekannt für Apple-Zubehör, welches sich im Hinblick auf die Verarbeitungsqualität durchaus sehen lassen kann. Genauso sieht es bei den mittlerweile drei Ausführungen der MiBänder aus. So gibt es das MiBand 1, das MiBand 1S (Pulse) und seit Anfang Juni das MiBand 2.

Alle drei Bänder haben im Groben die gleichen Grundfunktionen. Die da wären:

  • Pedometer (Schrittzähler)
  • Schlafanalyse
  • Wecker / Alarm

Auf den ersten Blick sieht das recht übersichtlich aus. Wenn man die Funktionen nun aber mit den folgenden Fakten vergleicht, sieht es schon ganz anders aus:

  • Preis 12-30€ (je nach Modell und Händler – Dazu später mehr)
  • Akkulaufzeit (20 – 30 Tage!!)
  • Akku-Ladezeit (1 Stunde!)
  • IP67
  • Armbänder austauschbar
  • Deutsche Android und iOS-App
  • Mit dem MiBand 2 auch Notifications für SMS/Mail/Anrufe/WhatApp/etc. (Auch in iOS!)
  • Leicht, klein und hochwertig verarbeitet

Es folgt ein detaillierter Vergleich der drei Armband-Varianten.

MiBand 1 / 1S (Pulse)

Das MiBand 1 und MiBand 1S (Pulse) überzeugen mit einem schlichten Design. Das Armband besteht aus schwarzem gummiartigem Kunststoff. Der Core, also der Kern des MiBands gleich einer kleinen Pille und wird einfach in das Armband gedrückt. Dank des flexiblen Armbands ist das kein Problem. Ebenso wird sich der Kern keinesfalls selbstständig aus dem Armband lösen. Die Oberflächen der beiden Varianten besteht aus mattem Aluminium, was etwas an das Design diverser Apple-Produkte erinnert. Unter dem  Aluminium sind drei kleine LEDs versteckt. Diese sollen zwei Aufgaben erledigen. Zum einen zeigen die LEDs, bei einer „Auf-Die-Uhr-guck“-Bewegung den aktuellen Erfüllungsgrad des Schritte-Tagesziels an. Mithilfe der App kann ein Tagesziel an Schritten festgelegt werden. In meinem Fall habe ich das Ziel auf 10.000 Schritte eingestellt. Die drei LEDs können jeweils den Fortschritt in Dritteln anzeigen. Leuchtet also eine LED. So habe ich in etwa 3333 Schritte zurückgelegt. Damit man den Erfolg  aber nicht verpasst, vibrieren die MiBänder bei Erreichen des gesteckten Ziels.IMG_0388

Wecker

Beide Versionen unterstützen das Programmieren von drei Weckzeiten. Ja, leider nur drei! Das ist meiner Meinung nach eine der wirklich guten Features. Der Weck-Alarm erfolgt nur in Form von Vibration. Zuerst 5x. Sollte das Band innerhalb der nächsten 10 MInuten keine Bewegung wahrgenommen haben, so wiederholt sich der Alarm. Der Wecker kann deaktiviert werden, indem während des Vibrationsalarm auf die Alu-Oberfläche getippt wird. („Das Alu hat auch Touch!“ 🙂 ) 

Schlafanalyse

Ein weiteres Feature, das beide Bändern gemein haben, ist die Schlafanalye. Anhand von Bewegungen können die Armbändern den derzeitigen Schlafzustand analysieren. DerIMG_0909 Schlaf wird sogar unterteilt in leichten und tiefen Schlaf. Auch wenn ich anfangs sehr skeptisch war: Das scheint zu funktionieren. Wie genau das ganze ist, kann man nur schwer herausfinden. Fakt ist: Das MiBand zeigt auf 5 Minuten genau den Moment an, indem man sich ins Bett legt und ebenfalls sehr genau den Zeitpunkt an dem man es wieder verlässt. Auch nächtliche Ausflüge ins Badezimmer sind in den Analysedaten zu erkennen. Fühlt man sich am nächsten Tag wie gerädert, so spiegelt sich das ebenfalls sehr häufig in den fehlenden Tiefschlafphasen wider. Also ein nettes Spielzeug, das aber überraschend genau funktioniert.

Pulsmesser

Einen Unterschied haben die beiden Bänder aber doch. Das MiBand 1S (Pulse) hat an der Unterseite einen Pulsmesser. Das ist ein optoelektronischer Sensor, der mittels LEDs und Sensor Veränderungen der Adern erkennen kann. Ein paar Hintergrundinfos zu optischen Herzfrequenzmessungen gibt`s hier.

Leider ist die Pulsmessung nicht perfekt umgesetzt worden. So kann lediglich durch die App die Pulsmessung gestartet werden. Der aktuelle Wert wird dann in der App angezeigt. Eine kontinuierliche Messung oder die Warnung beim Über-/Unterschreiten eines Fensters gibt es leider nicht. Das MiBand 1S (Pulse) soll jedoch eine noch zuverlässigere Schlafanalyse bieten, da optional der Herzschlag in der Nacht überwacht werden kann und so der jeweilige Schlafzustand besser erkannt werden soll. Hier habe ich jedoch keine Änderungen feststellen können. Ob MiBand 1 oder MiBand 1S (Pulse) – Beide Bänder bieten die gleich (gute) Genauigkeit.

Akkulaufzeit

Wie bereits erwähnt, liegt die Akkulaufzeit der Armbänder bei bis zu 30 Tagen. Und das ist nicht nur in Werbeslogan, sondern auch ein sehr realer Wert. Mit dem MiBand 1 konnte ich bereits Akkulaufzeiten von 33 Tagen erreichen. Das MiBand 1 S (Pulse) schafft es , mit aktivierten Pulsmessung in der Nacht, immerhin noch auf 22 Tage. Sollten die Bänder dann doch einmal keinen Saft mehr haben, so kann die kleine Pille in den mitgelieferten Ladeadapter gesteckt werden und ist innerhalb einer Stunde wieder voll geladen und bereit den nächsten Monat durchzuhalten. In Kombination mit der IP67-Zertifierung, was bedeutet, dass das Armband wasserdicht ist, wird das MiBand zum „Immer-Dran-Armband“. Ich finde, nur so macht ein Fitnesstracker auch Sinn. Ich will ihn umlegen und vergessen. Und das schaffen die MiBänder sehr gut.

Erwähnt werden sollte noch, dass beide Bänder vibrieren können wenn ein Anruf ankommt. Dazu müssen die Bänder jedoch per Bluetooth verbunden sein. Das ist jedoch keine Pflicht und damit auch wieder ein großartiges Feature der MiBand-Armbänder:

Smartphone-Kopplung

Die Bluetooth-Kopplung mit dem Smartphone muss lediglich vorhanden sein wenn das Band mit der App synchronisiert werden soll, also die Schritte und Schlafdaten ausgelesen werden sollen. Die Armbänder speichern jedoch alle Daten im Band selber, so dass auch einige Tage keine Synchronisierung erfolgen muss. Beim nächsten Koppeln mit dem Handy, werden dann alle Daten übertragen. Wie viel Tage das Band nun wirklich alle Daten speichern kann wird nicht offiziell kommuniziert. In einigen Foren las ich von 10 Tagen. Aus eigener Erfahrung kann ich jedoch sagen, dass 3 Tage kein Problem sind. Akku-Sparfüchse können also so sicherlich noch den ein oder anderen Tag rauskitzeln, wenn sie auf die dauerhafte Verbindung zwischen Smartphone und MiBand verzichten.

Der Preis der beiden Bänder liegt zwischen 12€ und 25€. Das ist stark abhängig vom Händler. Hier ein paar Beispiele:

  • Amazon.de: Der Preis ist mit ca 15€ der teuerste, aber dafür ist die Beschaffung am unkompliziertesten. Zum MiBand 1S auf Amazon.
  • eBay: Mit 17€ bereits etwas günstiger, jedoch mit Versand aus China (2-4 Wochen) Das MiBand 1S auf eBay.de
  • Gearbest.com: Eine beliebte Seite für chinesische Gadgets. Auch hier erfolgt der Versand meist aus China und dauert bis zu 4 Wochen. Der Preise für die beiden Bänder sind jedoch unschlagbar. MiBand 1 und MiBand 1S auf Gearbest.com.

 

MiBand 2

Das dritte Mitglied der MiBand-Familie ist das MiBand 2. Dieses Armand erschien Anfang Juni 2016 und erstrahlt in einem komplett neuen Design. So bietet das MiBand 2 zum ersten Mal in kleines OLED-Display. Dafür musste die Alu-Oberfläche für eine Glas-Öberfäche weichen. Im unteren Bereich der Oberfläche befindet sich ein Berührungsempfindlicher Punkt. Mit Berühren dieser Fläche kann durch die Anzeigen des kleinen Displays geschaltet werden. Das MiBand 2 hat nun direkt einen Pulsmesser integriert.

Durch das neue Display ist das MiBand 2 auch etwas größer als seine Vorgänger. Es passt nicht in die alten Armbänder. Auch wird eine eigene, etwas größere Ladeschale mitgeliefert.

Das MiBand 2 bietet durch das Display nun wirklich tolle Featues. Nun verschiedene Infos angezeigt werden, die mit einem Tipp auf den Touch-Punkt durchgeschaltet werden können:

  • Uhrzeit
  • Tagesschritte
  • Kalorien
  • zurückgelegte Kilometer
  • Herzschlag
  • Akku-Ladezustand

Informationen die nicht benötigt werden, können in der App deaktiviert werden. Zudem zeigt das Display nun Benachrichtigungen an. Dazu gehören:

  • SMS / iMessage / eMail
  • WhatsApp
  • Facebook / Twitter
  • Anrufe
  • Tagesziel erreicht
  • Inaktivitätswarnung

Wunderbar ist, dass Xiaomi nun tatsächlich auf die Kompatibilität mit Apple-Geräten ermöglicht. Die Weiterleitung von Push-Meldungen an Apple-fremde Geräte ist nicht selbstverständlich. Natürlich kann auf dem kleinen Display keine eMail gelesen werden. Die Benachrichtungen erfolgen in From einer kurzen Vibration und einem entsprechenden Symbol für die Art der Meldung (z.B. Brief für eMail, WhatsApp-Symbol für WhatsApp-Nachricht).

Wählt man mit dem Touch-Punkt die Pulsmessung aus, so startet diese direkt und zeigt nach ca. 5 Sekunden Messzeit den Herzschlag an. Uhrzeit, Datum und Messwert werden gespeichert und bei der nächsten Synchronisation mit dem Smartphone übertragen. So kann in der MiFit-App die Historie der Messungen mit Zeitstempel eingesehen werden. Mein Fazit zu dieser Funktion: Ja, es ist bereits sinnvoller integriert als im MiBand 1S, aber noch immer nicht perfekt. Weiterhin fehlt die dauerhafte Messung oder ein Sport-Modus, in dem man Pulsfenster einstellen kann. Ein Trostpflaster ist jedoch, dass die Smartphone Apps recht regelmäßige Updates erhalten. Es bleibt die Hoffnung, dass diese Funktion irgendwann integriert wird.

IMG_0370Mit dem MiBand 2 hat man nun auch endlich eine Uhr am Handgelenk. Sofern in der App aktiviert, kann die Uhr durch das Heben des Handgelenks abgelesen werden. Das funktioniert wirklich gut. Sobald die Hand in die Ablese-Position gebracht wird, zeigt das OLED-Display die Uhrzeit an, beim Senken des Arms wird es wieder Schwarz. Wer das nicht möchte, der kann die Gesten-Aktivierung in der App deaktivieren und erfährt die Uhrzeit erst nach dem Antippen des Touch-Punktes.

Die Akkulaufzeit des MiBand 2 verhält sich erstaunlicherweise ähnlich dem MiBand 1S. Mit einem Verbrauch von ca. 5% pro Tag, sollten 20 Tage Akkulaufzeit realistisch sein. Da ich mein MiBand 2 noch nicht lange genug besitze ist das nur ein kumulierter Wert. Dazu muss man sagen, dass ich das Band dauerhaft per Bluetooth mit den Handy verbunden habe um auch die neuen Benachrichtungsfunktionen nutzen zu können. Wirklich beeindruckend!

Das Laden des Armbands erfolgt wie gehabt per USB-Adapter. Der Kern lässt sich wieder recht einfach aus dem Gummi-Armband lösen. Es gilt jedoch weiterhin: Der Kern sitzt so fest, dass er nicht von alleine Herausfallen kann.IMG_0376

Ein paar Worte zur App möchte ich auch noch verlieren. Die App heisst im Google PlayStore sowie im Apple Appstore MiFit. Sie verfügt mittlerweile über eine deutsche Übersetzung, die aber noch leichte Fehler aufweist. Das ist aber zu verschmerzen.

Die App ist übersichtlich und bietet Statistiken für die Aktivität und den Schlaf. Wirklich gut ist die Integration der Daten in GoogleFit sowie Apple Health.

Mehr Wecker!!

Mit dem MiBand 2 können nun mehr als 3 Weckzeiten einprogrammiert werden!

Die App unterstützt alle drei MiBand-Varianten. Wird jedoch ein MiBand 2 mit der App gekoppelt, so erscheinen weitaus mehr Optionen. So kann nun ausgewählt werden, welche Infos im Display erscheinen sollen und welche Benachrichtigungen das Armband vibrieren lassen sollen. Zudem kann eine Inaktivitätswarnung eingeschaltet werden Dadurch macht sich das Armband bemerkbar, wenn es innerhalb einer Stunde keine nennenswerte Bewegung erkannt hat. Das soll an das regelmäßige Bewegen z.B. am Büroarbeitsplatz erinnern. Der Warnzeitraum kann eingestellt werden.

Die MiFit-App bietet die Möglichkeit sich mit Freunden zu messen. Hinzugefügte Freunde geben Ihre Bewegungs- und Schlafdaten für andere Freunde frei. So kann man sich untereinander versuchen zu überbieten. Vielleicht sorgt das für den ein oder anderen Motivationsschub eine Runde durch den Park zu drehen. Zudem kann ein Freund angestupst werden. In dem Fall vibriert dann sein Armband.IMG_0377

Sehr bemerkenswert ist, dass das MiBand 2 preislich ebenfalls bei 20€ liegen soll. Da das Band jedoch erst Anfang des Monats erschien und der Ansturm wirklich groß war, liegt der Preis aktuell noch etwas darüber. In ein paar Wochen sollte der Preis jedoch weiter in Richtung 25€ fallen. Folgend wieder ein paar Beispiele:

  • Amazon.de: Hier liegt der Preis momentan sogar unter 30€! MiBand 2 auf Amazon.
  • GearBest.com: Hier wird das Band für 38 USD angeboten. Dies entspricht ca. 33 €. Hier ist zum einen wieder der lange Versand zu bemerken. Zum anderen sammelt GearBest noch Vorbestellungen bis zum 30. Juni. Der Versand findet wohl erst nach diesem Datum statt. Da MiBand 2 auf GearBest.com.

 

2 Gedanken zu „Die Xiaomi MiBand-Familie im Vergleich

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