Minecraft Pi Edition im Test

Minecraft! – Ein simples, aber süchtig machendes Klötzchen-Aufbauspiel.

Ich war seit dem Release der PC Version ein Riesen Minecraft Fan und habe viel Zeit in die schönsten Häuser und tiefsten Minen gesteckt. Von der ersten Nacht im dunklen Erdloch, bis zur Residenz hinterm Wasserfall, bedurfte es einiger vieler Stunden Arbeit. Wenn man sein Kunstwerk allerdings später betrachten konnte, entschädigte das Alles.

Der Hype ist zwar mittlerweile fast vorbei, aber dennoch möchte ich einen Blick auf die Pi Edition (MCPI) von Minecraft werfen.

Die Installation

Die Installation ist recht simpel. Benötigt wird ein Raspbian Betriebssystem. Zudem ist MCPI nur aus der Fensteroberfläche zu starten. Das geschieht zuerst mit

$ startx

Dann wird das LX Terminal gestartet.
Die einfachste Methode Minecraft auf den Pi zu bekommen ist das Herunterladen mit wget.
In das Terminalfenster wird nun folgendes eingetippt:

$ wget https://s3.amazonaws.com/assets.minecraft.net/pi/minecraft-pi-0.1.1.tar.gz

Nun befindet sich im home Verzeichnis die Datei „minecraft-pi-0.1.1.tar.gz“

Das Archiv muss jetzt entpackt werden. Das wird durchgeführt mit:

 tar xzf minecraft-pi-0.1.1.tar.gz

Danach sollte im home Verzeichnis der Ordner „mcpi“ zu finden sein. Falls dem so ist, navigieren wird nun in den Ordner. (Falls er nicht da sein sollte, lief was beim Entpacken schief)

cd mcpi

Zu guter Letzt wird die Datei minecraft-pi ausgeführt.

./minecraft-pi

Das Spiel

Es sollte sich ein neues Fenster öffnen, in dem das Hauptmenü von Minecraft zu sehen ist. Es fällt sofort auf, dass einige Schaltflächen fehlen, im Vergleich zur PC Version. Auf dem Raspberry Pi haben wir lediglich die Möglichkeit einem Spiel beizutreten oder ein neues Spiel zu starten. Mods, Skins, Einstellungen gibt es nicht.

Bei einem Klick auf „Start game“,  fällt ebenfalls auf, dass es keine Möglichkeit gibt Seeds einzugeben oder den Spielmodus auszuwählen. Die Pi Edition bietet bislang ausschließlich den „Creative-Modus“. In diesem Modus stehen unendlich Ressourcen zur Verfügung. Der Spieler kann durch deinen Doppeldruck auf „Space“ fliegen und einen Tag / Nacht Zyklus gibt es nicht. Damit fallen auch die Mobs weg, welche Nachts im Survival Modus erscheinen. Auch das Crafting ist in diesem Modus nicht möglich.

Von der Performance bin ich überrascht. Das Spiel läuft mit dem Standardtakt (kein Overclocking) flüssig. Meine Speichereinstellungen sind 128/128 (Rev 1.0). Das Erstellen der Welt dauert etwas länger als von der PC Version gewohnt, aber vollkommen zu verkraften. Nach den ersten Schritten fällt auf: Es gibt keinen Sound! Soweit wie ich informiert bin, gibt es in der bisherigen Version 0.1.1 noch keinen Ton (obwohl ich in einigen Videos Ton gehört habe), daher habe ich dann auch die Fehlersuche an meinem Pi eingestellt.
Die Steuerung erfolgt wie gewohnt mit Maus und Tastatur.

Ein Druck auf „E“ öffnet das unendliche Inventar, Doppelt Leertaste, lässt den Spieler fliegen. Linksklick zum Abbauen, Rechtsklick zum bauen / Türen öffnen.

Fazit:

Minecraft Pi Edition ist vergleichbar mit der Pocketedition für mobile Geräte. Wer vorhat große Kunstwerke zu bauen, oder im Survivalmodus so lang wie möglich zu überleben, für den ist die PC Version eher geeignet. Es fehlen einfach zu viele Spielelemente um das komplette Minecraftfeeling auf den Pi zu übertragen. Spontan fielen mir folgende Dinge auf, die nicht funktionierten:

  • TNT lässt sich nicht zünden
  • Schilder lassen sich zwar platzieren, aber nicht beschriften
  • kein Redstone!
  • Werkbänke, Truhen, Öfen lassen sich nicht bedienen
  • Im Vollbild Modus gab es Probleme den Mauszeiger im Spielfenster zu fangen. (Im Video zu sehen)

Trotz der vielen fehlenden Elemente, ist MCPI ein tolles Beispiel, für das was der RPi leisten kann. Falls mich aber mal wieder das Minecraft-Fieber packt, werde ich wohl eher zur PC-Version greifen.
Was der PI Edition allerdings zugute kommt, ist die Möglichkeit des Programmierens per Python. Durch shell Befehle lassen sich Veränderungen im laufenden Spiel vornehmen. Somit ist es z.B. möglich Blöcke per Python Programm zu bewegen. Ein nettes Beispiel ist diese tickende Uhr. 
Wer weitere Informationen zu dem Thema sucht, wird unter Google mit den Stichworten „Minecraft Pi Edition Hacking / Python / API“ fündig.

Einige Eindrücke vom Spiel, sowie ein Video vom Gameplay und der Performance.

 

Ein Gedanke zu „Minecraft Pi Edition im Test

  1. Sehr gute Anleitung. Habe schon lange nach solch einer Anleitung für Mincecraft gesucht. Mit dieser hat es endlich funktioniert und Minecraft läuft :-).

    Vielen Dank und einen angenehmen Sonntag noch.

    Chris

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