Erste Inbetriebnahme und Einrichtung

Die Betriebssystemauswahl
Ist der Raspberry einsatzbereit, können wir anfangen ihn ans Laufen zu bekommen.
Zuerst wird ein Betriebssystem benötigt. Hier wird man anfangs vor einen ganzen Haufen an verschiedenen Distributionen gestellt.

Zur Auswahl stehen unter anderem:

Raspbian ist das ausgereifteste Betriebssystem für den Pi. Es basiert auf Debian Linux und wurde an den Pi und die Prozessorstruktur angepasst. Raspbian läuft flüssig, erhält regelmäßig Updates und ist für den Anfang das geeignetste OS.

ArchLinux ARM, Pidora und RiscOS sind ebenfalls Distributionen die auf ArchLinux, Fedora Remix und RiscOS basieren und an den Pi angepasst wurden.
Ich muss gestehen, dass ich keines dieser Systeme je installiert habe und auch keine weiteren Details zur Bedienbarkeit und dem Funktionsumfang geben kann.

Raspbmc ist ein Betriebssystem welches ebenfalls auf Debian basiert. Der große Unterschied ist aber, dass es ein komplettes Mediacenter beinhaltet. Nämlich XBMC.
Will man den RPi als Mediacenter nutzen, d.h. Filme von einer Festplatte abspielen oder streamen, Musik hören, Airplay nutzen, Radio hören, Youtube gucken, dann ist Raspbmc genau das richtige OS.
Es werden kaum Linuxkenntnisse benötigt. Nach dem Start, startet sich automatisch das XBMC Mediacenter und kann per Maus oder Tastatur bedient werden.

Alle weiteren Anleitungen in den “Basics”, beziehen sich auf Raspbian.

Installation

Zuerst wird die Imagedatei von Raspbian direkt von der Foundation Webseite heruntergeladen. Man erhält eine .zip Datei, die nach dem Entpacken eine .img Datei ausspuckt. Diese .img Datei enthält das Betriebssystem und ist auch in dem Format, wie wir es nun benötigen.
Die SD Karte wird nun in den PC oder einen Kartenleser gesteckt. (Ich gehe in meiner Beschreibung von einem Windows PC aus)

Nun muss das Image auf die Karte. Hierzu nutzen wir am besten das Tool Win32DiskImager.
Das wird entpackt und danach gestartet.
Jetzt sollte ein kleines Fenster auftauchen. Hier wird über den Ordnerbutton die zuvor entpackte Raspbian Image Datei ausgewählt (.img). Das Feld dabenen (Device) gibt das Ziel an. Hier muss der Laufwerksbuchstabe der SD-Karte gewählt werden!
Bitte genau überprüfen. Das Programm warnt vor dem Start noch einmal, dass auch wirklich der richtige Laufwerksbuchstabe gewählt worden ist.

Durch einen Klick auf “Write” startet der Kopiervorgang. Die SD-Karte wird nun in ein Linux Dateisystem formatiert und erhält das Betriebssystem. Natürlich werden hierbei alle Daten die sich auf der Karte befanden gelöscht!
Ist der Vorgang nach ein paar Minuten abgeschlossen, ist die Karte direkt bootfähig und kann in den RPi gesteckt werden.

Der erste Start
Die erste Anmeldung im System wird mit User: pi Password: raspberry durchgeführt.
Nach dem ersten Hochfahren landet man direkt in einem Konfigurationsmenü.
Das war nicht immer so, hat sich aber zum Glück bei einem der ersten Updates von Raspbian geändert.
Hier können viele Einstellungen gemacht werden, die früher mühsam per Hand erledigt werden mussten.

  • Expand Filesystem: Momentan hat die Karte ein benutzbares Dateisystem von etwa 2GB. Egal ob z.B. eine 16 GB Karte für Raspbian benutzt wurde. Dies liegt am Image. Raspbian kann auf 2GB Karten installiert werden und hat deswegen anfangs ein auf 2GB ausgelegtes Dateisystem. Dies kann und sollte in jedem Fall über diesen Punkt auf die komplette Karte ausgeweitet werden.
  • Change User Password: Passwort für den User Pi ändern. Standartwerte für eine frische Raspbian Installation: User: pi Password:raspberry
  • Enable Boot to Desktop: Soll die grafische Oberfläche (X-Server) nach dem Hochfahren automatisch gestartet werden? Auch hier je nach Anwendungsfall. (Zu beachten: die grafische Oberfläche kann nur über Umwege per ssh dargestellt werden (Google))
  • Internationalisation Options
    • change locale: Zeichensatz einstellen. Für uns ist dies “de_DE.UTF-8 UTF-8”
    • change Timezone: Für ein deutsches System Europe – Berlin auswählen
    • Change Keyboard Layout : Keyboardlayout festlegen. Für eine normale Tastatur kann die Einstellung “Generic 105-key (Intl) PC” gewählt werden. Danach sollte die Sprache auf “German” gestellt werden (Falls man ein deutsches Keyboardlayout besitzt natürlich) Danach sollte: “default for the keyboard layout” und “No compose key” gewählt werden.
      Nun wird gefragt ob man den “Affengriff” (STRG+Alt+Entf) den X-Server beenden möchte. Heißt nichts anderes als: Wenn die grafische Oberfläche mal abstürzt kann sie mit der Tastenkombination beendet werden und man landet wieder in der Shell. Ist also sinnvoll. Das Übernehmen der Einstellungen braucht einige Zeit.
  • Enable Camera: Nur notwenig wenn das das Camera Erweiterungs Board genutzt wird.
  • Add to Rastrack: Freiwillige Anmeldung an einem Programm, welches anzeigt wo überall auf der Welt der Pi genutzt wird.
  • Overclock: Tatsächlich wurde mit einem Update direkt die Möglichkeit des Übertaktens geboten. Auch hier gilt: Für den normalen Gebrauch wird dies nicht benötigt. Man sollte auch beachten, dass wenn eine Übertaktung notwendig ist, der Prozessor ggf. zusätzlich gekühlt werden muss.
  • Advanced Options
    • overscan: Hier kann der overscan aktiviert oder deaktiviert werden. Bei aktiviertem Overscan wird ein schwarzer Rand um das Bild erzeugt. Dies ist eigentlich nur bei älteren Fernsehern o.Ä. sinnvoll. Im Normalfall kann diese Option auf standardmäßig deaktiviert bleiben.
    • Hostname: Den sichtbaren Hostname des Pis einstellen
    • Memory Split: Das Modell über das ich berichte (Rev1) hat 256MB RAM. Diesen Speicher kann man der CPU und der dem Grafikprozessor zuteilen.Man hat die Wahl zwischen 16MB,32MB,64MB,128MB (in der Rev 2 mit 512 MB Ram, sind die Möglichkeiten anders). Die Auswahl legt fest wieviel Speicher dem Grafikprozessor zur Verfügung gestellt werden soll. Der Rest steht der CPU zu. Diese Einstellung hängt vom eigenen Vorhaben mit dem Pi ab. Falls keine Medienwiedergabe, 3D Anwendungen, Wahnsins-Rechenaufgaben gewünscht sind, kann diese Option auf der Standerdeinstellung belassen werden.
    • SSH: Gerade anfangs, wenn man viele Befehle im Internet nachschlägt und auf seinem Pi abtippt, wünscht man sich nichts mehr als eine Copy-Paste Funktion vom Desktop PC zum Pi. Genau dies kann u.a. per ssh ermöglicht werden. Aktiviert man ssh (was ich empfehle) kann man mit einem ssh-Client wie z.B. Putty vom PC auf den Pi zugreifen. Es wird keine Tastatur oder Maus, geschweige denn Bildschirm am Pi benötigt. Einzige Voraussetzung ist, dass der Pi per LAN oder WLAN mit dem Heimnetzwerk verbunden ist.
    • Update: Raspi-config auf den neusten Stand bringen (Internetverbindung erfolderlich)
    • About raspi-config: Infos

Ein Druck auf Finish und die Änderungen werden nach einem Neustart durchgeführt.
Weiter zu Teil 3

 

2 Gedanken zu “Erste Inbetriebnahme und Einrichtung

  1. Kann man auch nachträglich nochmal zu diesem Konfigurationmenü Switchen, sollte man später etwas umstellen wollen oder müssen weil man dies vor dem ersten Start nicht getätigt hat?
    Vielen Dank.

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