Bitcoin Mining mit dem Raspberry Pi

Achtung: Stand 2013!

Nachdem ich mich etwas in das Thema Bitcoin mining eingelesen habe, wollte ich direkt einmal probieren, mit dem RPi Bitcoins „abzubauen“.

Hier blieb es allerdings bei einem Versuch. Software ist vorhanden, um ohne weitere externe Geräte mit dem Pi das Schürfen zu beginnen. Diese nennt sich „cpuminer“ und lässt sich wie folgt installieren:

$ apt-get install gcc gcc-4.5 g++ g++-4.5 libstdc++6-4.5-dev libpcre3-dev libcurl3-dev make less
$ apt-get install ia32-libs ia32-libs-gtk lib32gcc1 lib32stdc++6 lib32z1 libc6-i386
$ mkdir bitcoind
$ cd bitcoind
$ wget http://yyz.us/bitcoin/cpuminer-1.0.2.tar.gz
$ tar -zxvf cpuminer-1.0.2.tar.gz
$ cd cpuminer-1.0.2
$ ./configure
$ make

Mit folgendem Befehl kann der Miner gestartet werden:

$ ./minerd -url http://BEISPIELPOOL.de:8332 -userpass username:password

Vorraussetzung ist, dass man in einem Bitcoin Pool angemeldet ist.
Klingt recht einfach das Ganze und ist auch in 5 Minuten erledigt. Nun kommen wir aber zu dem großen Problem: Die Rechenleistung des Raspberry Pi.

Sobald der Miningprozess gestartet ist, wird die aktuelle Hash-Rate angezeigt. In meinem Fall sind dies: 146 kH/s. (KiloHash pro Sekunde)
Der Pi läuft mit 900Mhz.

Wer mit diesem Wert noch nichts anfangen kann, dem hilft vielleicht folgendes Beispiel:

1 kH/s entspricht 0,001MH/s.
Mit 1 M/Hs würde man in einem Monat (natürlich 24/7 ontime) ca. 0,037 € verdienen. Da der Pi allerdings nur 0,146 MH/s schafft, hätte man in einem Monat stolze 0,007 € verdient. Das macht im Jahr 8,4 Cent.

Diese Annahmen basieren auf dem aktuellen Schwierigkeitswert und dem momentanen Bitcoin Kurs. Allerdings wird der Schwierigkeitswert in absehbarer Zeit dramatisch ansteigen, womit noch mehr Zeit benötigt wird im die „Aufgaben“ zu lösen und an die begehrten Bitcoins zu kommen. Auch wenn der Pi kaum Energie benötigt, würden die Stromkosten in diesem Fall die „Einnahmen“ überweigen.

Eine Alternative gibt es allerdings. ASICminer. Das sind kleine USB Sticks, die nur dafür hergestellt sind um Bitcoins zu minen. Mit Hilfe des Programmes minepeon, können diese ASICminer am Pi betrieben werden. Ein Miner schafft ca. 333 MH/s.

Nach der obigen Rechnung, verdient man hiermit im Monat ca. 11,8€. Das entspricht momentan ungefähr 0,16 BTC (Bitcoins).

Allerdings ünerstützt minepeon auch den Betrieb mehrerer USB Miner. So kann man beispielsweise mit 3 ASICminern auf ca 1GH/s kommen (Giga Hash). So sollten ca. 35€ (0,49 BTC) im Monat möglich sein. Gegenrechnen muss man nun den Verbrauch je Stick (2,5W) plus den Betrieb des Raspberry Pi.
Ebenfalls nicht zu vernachlässigen ist allerdings der Anschaffungspreis der Miner. Bei eBay oder Amazon zahlt man rund 100€ für einen Stick.

Wen das Thema interessiert, der kann z.B. hier einen ASICminer (Block Erupter) kaufen (Amazon Link).
Für weitere Infos zum Thema Bitcoins gibt es auf Youtube einige Videos, sowie das Wiki oder die offiziellen Seiten zum Thema

Für die Berechnungen habe ich diesen Rechner genutzt: http://www.alloscomp.com/bitcoin/calculator

Edit (06.09.2013): Mittlerweile bekommen man einen ASIC Miner für unter 50€. Allerdings ist hat sich die Difficulty seit dem Erstellen des urpsrünglichen Beitrags auch fast verdoppelt. Daher möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass die o.g. Werte zum Zeitpunkt gültig waren, als ich den Artikel schrieb. In dem verlinkten Bitcoin Rechner, wird immer die aktuelle Difficulty automatisch eingetragen. Hier lohnt sich also vorher ein aktueller Check, bevor man mit dem Bitcoin Mining loslegt.

Edit (29.11.2013): Kann mir jemand sagen, warum die ASIC Miner mittlerweile teilweise wieder 75€ kosten? Ich verfolge das Thema nicht durchgängig, aber mir fiel auf, dass der Preisanstieg der Miner in den letzten Tagen sehr extrem war. Ist etwas passiert in der Bitcoin – Welt?

Edit (11.12.2017): Im Vergleich zu meinem ursprünglichen Bericht von 2013 ist der Bitcoin-Preis explodiert. Aktuell liegt er um die 10.000$ pro BTC.

Die Bitcoin-Hardware in diesem Artikel ist, durch die weiterhin gestiegene Schwierigkeit, nahezu sinnlos. Ich bin allerdings nicht mehr so tief in dem Thema drin um beurteilen zu können ob sich das Mining überhaupt noch lohnt.