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Raspberry Pi HQ Camera Board

Die Raspberry Pi Foundation hat vor wenigen Wochen eine neue Version des Raspberry Pi Camera Moduls veröffentlicht.
Im Gegensatz von den alten Boards, benötigt das neue Board nun separate Objektive.

Die Spezifikationen des neuen Moduls sehen wie folgt aus:

  • Sony IMX477R Sensor mit 12.3 Megapixel
  • Back Focus Ring: Einstellbar (12.5 mm–22.4 mm
  • Objektiv Standards: C-mount, CS-mount (C-CS Adapter wird mitgeliefert)
  • IR Filter: Integriert
  • Flachbandkabel: 200 mm
  • Stativadapter: 1/4 Zoll

Aktuell sind zwei Objektive verfügbar. Ein 6 mm Weitwinkelobjektiv, sowie eine 16 mm Variante. Dank des C-Adapters, können aber nun auch „richtige“ Objektive von DSLRs auf diesen Anschluss adaptiert werden.

Quelle: https://www.raspberrypi.org/blog/new-product-raspberry-pi-high-quality-camera-on-sale-now-at-50/

Quelle: https://www.raspberrypi.org/blog/new-product-raspberry-pi-high-quality-camera-on-sale-now-at-50/

Ich habe das Modul mit dem 6 mm Objektiv getestet. Die Bildqualität ist ein ein großer Schritt nach vorn. Mit dem 6 mm Objektiv und dem kurzen Fokus-Mindestabstand lassen sich sogar überzeugende Makro Aufnahmen erstellen. Erfreulich ist auch der 1/4-Zoll-Schraubanschluss. Damit lässt sich das Board ohne weitere Adapter auf jedes Stativ montieren.

Die Handhabung in Raspbian Buster bleibt so einfach wie bisher. Angeschlossen wird das Board über das beigelegte Flachbandkabel (Nur A- und B-Modelle). Für den Raspberry Pi Zero ist ein spezielles Kabel erforderlich. [Amazon-Link]

Im Konfigurationsmenü (oder raspi-config) muss der Camera-Board-Treiber einmal aktiviert werden. Danach kann über die Konsole mit raspistill -o test.jpg ein Bild erzeugt werden. Für die Einrichtung des Fokus (was sich als leicht umständlich herausstellen wird) ist jedoch die Anzeige eines Livebilds praktischer. Das kann mit raspistill -t 0 aufgerufen werden (Start im Desktop erforderlich)

Bei der Einstellung des Fokus bitte nicht direkt verzweifeln. Wenn man das 6 mm Objektiv auspackt, so ist dort der C-CS-Adapter angeschraubt. Man kann das Objektiv so direkt an das Camera-Board schrauben… und so scheint es auch offiziell gewollt zu sein.

Das Problem jedoch ist, dass der Abstand des Objektivs zum Sensor in diesem Fall nicht klein genug eingestellt werden kann um ein scharfes Bild zu erzeugen. Daher muss der Adapterring entfernt werden und das Objektiv ohne diesen auf das Board geschraubt werden.
Danach kann mit mit dem Blenden- und Fokusring das Bild scharfgestellt werden.

Wer nach weiteren Tips, Tricks und auch Beispielprojekten sucht, kann einen Blick in das offizielle Handbuch des HQ Cameraboards werfen: https://www.raspberrypi.org/blog/new-book-the-official-raspberry-pi-camera-guide/

Wer schnelle Ergebnisse sucht, kann sich die Software MotionEye anschauen.
Die Installation ist einfach und nach der Einrichtung ist die Weboberfläche unter
http://localhost:8765 erreichbar.
Die Software ist konzipiert worden um Überwachungskameras mit Bewegungserkennung zu verwalten.
Man kann die Funktion jedoch auch einfach deaktivieren und mit MotionEye Timelapse-Aufnahmen (interval snapshots) erstellen oder einen Videostream einrichten.
Dank der simplen Bedienoberfläche lassen sich die Fotos und Videos auch automatisch auf externe Dienste wie z.B. Dropbox oder einen FTP-Server hochladen.

MotionEye GUI

MotionEye GUI

Ein kleiner Wermutstropfen ist der Preis. Die Kamera gibt es bei ThePiHut für etwas mehr als 50€. Dazu kommen die Objektive mit 25€ für die 6-mm-Variante oder stolze 50€ für die 16-mm-Variante.