Raspberry Pi: 4,3″ TFT Monitor am RPi nutzen und auf 5V USB Versorgung umbauen

Auf dieser Seite beschreibe ich einige Schritte, die nötig sind um einen 4,3″ TFT Monitor einer KFZ-Rückfahrkamera von 12V auf 5V Versorgungsspannung umzubauen.

Das in dieser Anleitung benutzte Gerät, findet Ihr z.B. bei Amazon.
Bei dem Gerät handelt es sich um einen Rückfahrmonitor für den Einsatz im Auto.
Bei einem Preis von 30€ kann man nicht allzuviel erwarten.
Für einen kurzen Blick auf den Pi reicht er allerdings.
Längeres Arbeiten würde ich mit dem Display aber nicht empfehlen.


Ich nutze den Monitor Zuhause sowie auch im Auto.
Für die Nutzung im Auto ist es für mich praktischer, wenn ich den Monitor per USB Stecker versorgen kann.

Hierauf möchte ich nun eingehen.

Eins vorweg: Leider habe ich die Arbeiten nicht “live” dokumentiert und schreibe dieses Tutorial nachdem die Arbeiten schon länger fertig sind.

Als erstes sind die 4 Schrauben zu entfernen.

Gehäuseschrauben entfernen

Gehäuseschrauben entfernen

Hat man nun die Rückseite entfernt, so blickt man direkt auf die Leiterplatte.
Nun kommt der Punkt an dem ich mich ärgere, die Arbeit damals nicht dokumentiert zu haben.
Jetzt habe ich mich auf die Suche nach dem 12V/5V Regler begeben, indem ich einige Beschriftungen der Bauteile bei Google eingab. Die Beschriftung des besagten Teiles weiß ich wie gesagt leider nicht mehr.

Platine ohne Abdeckung

Platine ohne Abdeckung

Falls Ihr den Umbau an dem gleichen Modell durchführt ist das gar kein Problem (Die Position des Bauteils ist auf dem Bild markiert).
Selbst in einem anderen Modell sollte das Bauteil leicht zu finden sein. (Vermutlich sehr nah an dem Stecker der Eingangsspannung, 4-8 beiniges Bauteil)

Hat man nun das Bauteil gefunden, spuckt einem Google meist direkt das dazugehörige Datenblatt aus. Hier kann man nun nochmal auf Nummer sicher gehen, dass es sich um einen Spannungsregler handelt.

Jetzt können wir das Bauteil komplett entfernen. Mit einem normalen Lötkolben ist das entlöten eines 8-beinigen Bauteiles etwas schwierig.
Ich habe jedes Beinchen erhitzt und dann hochgebogen. Wie man auf dem Bild sehen kann, ist mir dabei ein Pad mit abhanden gekommen, was aber nicht weiter tragisch ist. Wer direkt eine Entlötpumpe oder Entlötlitze nutzt, bekommt das Bauteil auch sauberer runter.

5V Regler entfernt

5V Regler entfernt

Im Datenblatt sollte auch eine Grafik wie diese zu finden sein:

xl1509-5.0e1 pins

Der Punkt markiert Pin 1. Von diesem ist gegen den Uhrzeigersinn zu zählen.
In unserem Fall, sind Pin 1 V_in, (12V) und Pin 2 V_out (5V) die Beinchen, die wir suchen.
Hier habe ich einfach eine Brücke erstellt um Pin 1 und Pin 2 zu überbrücken.

Lotbrücke

Lotbrücke

Das war schon die Arbeit an der Leiterplatte.

Jetzt muss noch das Kabel angepasst werden.

Hierzu einen alten USB-Stecker mit etwas Kabel abschneiden.

Im Normalfall findet man nach dem Abisolieren der Ummantelung 4 Adern:
Rot,Schwarz, Grün, Weiß.
Wir benötigen nur die Versorgungsspannung und Masse.

Ein Standard USB-Stecker hat folgende Belegung:

Rot VCC(+5V)
Schwarz GND
Grün + Daten
Weiß – Daten

Grün und Weiß können abgeschnitten werden und müssen nicht abisoliert werden.

Rot und Schwarz werden nun an das mitgelieferte Kabel entsprechend angelötet und isoliert.
Nun sollte es so, oder besser aussehen 😉

Kabel

Kabel

Usb-Stecker

Usb-Stecker

Damit ist die Arbeit auch schon erledigt.
Nun kann der Stecker ins aktive USB-Hub oder USB Ladegerät gesteckt werden und der Monitor schaltet sich ein. (Vorausgesetzt, der VGA-Stecker ist ebenfalls eingesteckt und liefert ein Signal)

Das mitgelieferte Kabel hat eine eingebaute Sicherung, daher habe ich keine weitere eingebaut.

Sicherung in der Zuleitung

Sicherung in der Zuleitung

Manch einer würde hier noch einen Kondensator paralell schalten um Spannungspitzen abzufangen.
Dies ist auch nicht verkehrt.
Aus meiner Erfahrung kann ich allerdings sagen, dass ich den Monitor so bereits einige Zeit nutze und keinerlei Probleme habe.

Der Vollständigkeit halber, gebe ich auf die Anleitung natürlich keinerlei Gewähr und distanziere mich auch von jeglichen Schäden Ich weise auch daraufhin, dass Ihr natürlich bei der Durchführung jegliche Garantie verliert.

 

40 Gedanken zu “Raspberry Pi: 4,3″ TFT Monitor am RPi nutzen und auf 5V USB Versorgung umbauen

  1. Hallo,

    ich würde gerne wissen ob und wie ich den Monitor an 220 Volt Steckdose betreiben kann. Mit dem Löten usw. hab ich nämlich nicht so 😉

    Welches Netzteil?

    Vielen Dank für die Antwort!

    • Hey,
      also gedacht ist der Monitor für einen Betrieb an 12V.
      Um ihn an 220V zu betreiben, benötigst du entweder ein 12V Netzteil oder baust dir selber was.

      Leider kann ich dir spontan auch kein Netzteil nennen, was du im Dauerbetrieb dafür nutzen kannst.
      Ich hab ihn anfangs an einem Labornetzteil mit 12V angeschlossen. Allerdings ist das natürlich keine Dauerlösung.
      Falls du doch so etwas in der Richtung suchst, schau mal bei Pollin, Reichelt oder Conrad rein. Da gibts auch günstige Labornetzteile.

      • Danke,

        für die Antwort. Habs dann nach mehreren Versuchen mit unterschiedlichsten Netzteilen und zwei zerschossenen Sicherungen geschafft 😉

        Der Gewinner war das Netzteil meiner externen Festplatte. Läuft jetzt super in 5 Metern Entfernung vom raspberry als Babymonitor. Funktioniert super.

  2. Hallo,

    danke für die Anleitung habe genau das gleiche Model und der 12V zu 5V Wandler heißt xl1509-5.0e1.

    Mit freundlichen Grüßen
    Andreas Pflügl

  3. Hab an und für sich ein ähnliches Modell. Gleicher Aufbau – jedoch leicht etwas anderes Layout der Platine.

    Hab gerade verzweifelt nach dem Fehler gesucht, warum das Display nicht an 5V arbeiten will, obwohl ich auf der Leiterplatte nach dem Baustein an den entsprechenden Kondensatoren 5V anlege…

    Werde ich wohl nicht drum herum kommen den DC/DC Converter auszulöten…

    PS.: Das Tastaturmodell würde mich auch interessieren 😉

    • Hab den Link zur Tastatur hier unter "Zubehör und Nützliches" gefunden.
      Werd mir sehr wahrscheinlich auch so eine zulegen :)

  4. Pingback: Tutorial zum Umbau eines TFT Monitors von 12V auf 5V

  5. Hallo,
    mich wuerde noch interessieren, wie veil Ah bzw. Wh das teil dann verschlingt. Ich wollte naemlich mein Raspberry mit diesem Bildschirm und einen USB-hub (aktiv) mit einem Akku betreiben. Ich habe nun 2 moeglichkeiten dies durchzufuehren, entweder einen akku, der mir 12V liefert, um damit den Bildschirm und per Umwandler von 12V auf 5V das Raspberry und den Hub (den Umwanlder haette ich schon), oder den Bildschirm so zu loeten, dass er bereit auf 5V ist. Dann wuerde ein 5V akku reichen. Allerdings muss ich dann immer beim Akku aufpassen, dass die Stromstaerke gross genug ist (800mA raspberry, 1300mA Hub, und der Bildschirm dazu). Damit bin ich bei 2,5 – 3A, jenachdem. Wie veil vertraegt ein Usb kabel ueberhaupt??? (ich bin Informatiker, kein Elektrotechniker, deswegen habe ich nich wirklich einen plan).

    • Hey, ich muss sagen, das ist etwas verwirrend.
      Also wenn du ein aktives Hub benutzt wird dies separat versorgt durch ein eigenes Netzteil. in deinem Fall Akku. Meins z.B kann 2A. Wird schon schwer das an seine Grenzen zu bringen.

      Deine Rechnung 700mA Pi und 1300mA Hub, wird mir nicht ganz klar. Das Hub sollte nichts verbrauchen, solang nix dranhängt.

      Ich hab keine Unterlagen mehr zum Display, aber soweit ich weiss ist der Pi mit 1,1 A abgesichert. Wenn er selber 700mA benötigt, bleiben den USB Ports maximal 400mA.
      Ich kann das Display mit einer Tastatur am Pi benutzen ohne Hub. Mit Wlan Stick geht der TFT aber sofort aus. Auch zusammen mit einer optischen Maus, schaltet das Display ab und zu ab. Die Ursache hierfür sind aber wohl die Sicherungen der USB Ports, von denen ich aber gerade nicht den Wert kenne.

      Mit Rev 2 sollte es besser funktionieren, da hier die USB Ports nicht abgesichert sind.

      Fazit: Mit einem normalen 5V 1500mA Netzteil für den Pi, kannst du den TFT direkt anklemmen. Willst du einen WLAN- Stick und mehr anschliessen, dann bist du mit einem aktiven Hub auf der sicheren Seite.

      Um das auf deinen Akku zu übertragen, kannst du die ungefähre Laufzeit berechnen wenn du vom schlimmsten Fall ausgehst mit 1500mA dauerhaft. Demnach brauchst du zB einen Akku der 3000mAh hat um 2h Laufzeit zu erreichen.
      Den Umweg über 12V würde ich nicht machen. Ein Spannungsregler verbrät immer Leistung. Was ich mir allerdings vorstellen kann, ist, dass es schwer ist 5V Akkus mit ausreichend Kapazität zu finden. mit 12V Akkus ist das schon einfacher.

      Viel Gerede, hiffentlich bin ich nicht ganz am Thema vorbei 😉

      Gruß Christoph

      • Vielen dank fuer die schnelle Antwort. Ich bin nicht auf die Idee gekommen, den Bildschirm an das Raspberry zu haengen. Ich dachte eher an eine Parallelschaltung (Raspberry pi, TFT und Hub, alles parallel).Da sich die Spannung ja in Parallelschaltung nicht veraenndert, geht es nur noch um die Stromstaerke. Deswegen wollte ich wissen, wie viel der TFT Bildschirm braucht, damit man es leich zusammen rechnen kann (spricht, was ist der Worstcase der Aufnahme).

        Zum thema Akku. Es ist wesindlich einfacher eine Externen akku mit 5v, 2A und 10000Ah zu finden, da viele Hersteller sich damit auf die aufladung von Handys und co. conzentrieren. Ich will mir nicht eigene Akkus zusammenschweissen (sprich ein Paar Inudstrie akkus Parallel und Reiehenschalten, so dass die Spannung und Kapazitaet passen), da gefaerlich (siehe Li-Ion brand, Metallbrand und so). Bei 12v wirst du bei der Suche von Autobaterrien platt gemacht. Und da ich den Akku fuer mobilitaet nutzen mochte, spricht es fuer den 2,5Kg schweren Bleiakku entgegen (wobei da ja zumindest kein Metallbrand ist XD).

        Aus welchem grund speist du den TFT direkt mit dem Raspberry? Man koente doch einen USB eingang haben, der dann eben Alle versorg (alles parallel). Man Koennte sich dan auch Schalter einbauen, um evtl. nur teile des "Notebooks" anzuspeisen).

  6. Danke für die Anleitung! Was mich interessieren würde, ob man die Pins IN und OUT einfach kurzschließen könnte ohne den Regler zu entfernen?

  7. Pingback: Erstes loeten | Hr0m

  8. Hallo nochmal,

    ich habe endlich auch einen Beitrag verfasst.

    Man kann ihn hier http://hrominium.cz/?p=38 finden.

    Habe mir die Freiheit genommen, auf dich hierher zu verweisen.

    Bei mir muss man sich allerdings anmelden um Kommentare verfassen zu koennen, da sonst bots staendig irgendwelche Werbung hinterlassen.

  9. Hallo,

    habe mir folgendes 7" Display für den Pi gekauft (http://www.ebay.de/itm/7-Zoll-Auto-TFT-LCD-Monitor-Bildschirm-Display-fur-Ruckfahrkamera-Fernbedienung-/130749370655?pt=Auto_TFT_Monitore&hash=item1e7145111f) soweit sogut, aufgemacht den 1509 ausgelötet bzw. abgeknippst und die Brücke gelötet.. nun noch an USB angeschlossen ..

    Der Bildschirm blinkt nun allerdings nur alle 1,5 sek auf.. Spannung liegt an.. Am USB 4,99 V und am Gerät selber ~4.29V ..

    Habe ich falsch gewired oder ist der Bildschirm kaputt? Ich tippe auf 2teres.. Habe den Svideo Ausgang vom PI am Fernseher getestet, der ist es nicht.. Leider habe ich keine andere Quelle an dem ich das Display testen könnte..

  10. Hi mein monitor funktioniert soweit gut ich hab ein bild. mein problem ist ,dass das bild flimert und die unteren zeilen überhaupt nicht lesbar sind. Sie überlagern sich leicht. der rest des bildschirms ist gut lesbar

  11. Ebenfalls vielen Dank! Hat auf Anhieb geklappt. Super!
    Versucht hier jemand RetroPie mit dem TFT am Laufen zu bringen?
    Vor dem Anschluß ans TFT liefen die Emulatoren über HDMI relativ problemlos. Nun – wenn ich das nur über das TFT laufen lassen – verweigern alle ihren Dienst. Es wird zwar versucht, das ROM zu laden, jedoch springt er danach wieder zurück ins Menü…
    Wo müssen evtl. Einstellungen vorgenommen werden?
    …und wie bringe ich den Sound zum laufen? Über HDMI funktioniert alles – der Audio-Out des Pi gibt keinen Pieps von sich…

    Gruß

    Stone

  12. Bild wo er liegt hier – http://www.php-is-easy.de/displayrasp.jpeg
    Verlust der Garantie sollte klar sein …

    !!Vorsichtig!! auslöten – PIN 2 und 3 Verbinden (auf der Spulen Seite – also im Bild rechts – die zwei mittleren)

    Alles sorgfältig aus Kurzschluss prüfen (am besten mit der Lupe) – also das nur Kontakt hat was auch Kontakt haben soll

  13. Pingback: Raspberry Pi: 4,3″ TFT Monitor am RPi nutzen und auf 5V USB Versorgung umbauen – elektronX | fortschrittsbalken

    • Hey,
      ich kann mich meinem Vorredner nur anschließen.
      Einen Röntgenblick habe ich leider auch nicht 😉

      Ohne Gewähr würde ich vermuten, dass der Monitor intern auch mit 5V arbeitet.
      Wobei ich bei größeren Monitoren nicht ausschließen möchte, dass auch teilweise die 12V tatsächlich für den Betrieb benötigt werden.

      Fazit:
      Kann ich Dir nicht sagen 😉
      Entweder volles Risiko, oder Du nimmst was kleineres, was sich aber bewährt hat.

      Gruß
      Christoph

  14. Pingback: LCD 7' Frage / Suche gute Powerbank

  15. @Justin – ohne ein Blick auf die Platine in diesem Display geworfen zu haben ist eine Aussage dazu unmöglich bzw. würde hellseherische Fähigkeit verlangen. Ganz unwahrscheinlich ist es nicht, aber es setzt ein wenig Elektronisches Verständnis voraus den Spannungsregler (das was man auslöten muss) zu finden.

    Entscheide nun selbst würde ich sagen.

  16. Hallo, wäre es möglich das Bauteil drin zu lassen und einen Schalter nachzurüsten, der es ermöglicht das Gerät wahlweise mit 5V und 12V zu betreiben?

    • Vom Prinzip ist das schon möglich, nur nicht ganz so wie du dir das vorstellst. Für 12 V kannst du einfach alles lassen. Für 5 V brauchst du einen zweiten Stecker/Kabel – mit Plus an Pin 3 (Ausgang) des Spannungsreglers gehen (diesen also Brücken/Umgehen) und Minus lötest du einfach z.B. auf das Minuspunkt des 12 V Kabels auf der Platine. Das sollte funktionieren, jetzt mal nur so schnell im Kopf entworfen.

    • Bitte die Anleitung vollständig lesen …

      Der Punkt markiert Pin 1. Von diesem ist gegen den Uhrzeigersinn zu zählen.
      In unserem Fall, sind Pin 1 V_in, (12V) und Pin 2 V_out (5V) die Beinchen, die wir suchen.
      Hier habe ich einfach eine Brücke erstellt um Pin 1 und Pin 2 zu überbrücken.

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