Der überraschende Auftritt des Raspberry Pi B+

Fast unbemerkt schlich sich der Raspberry Pi B+ in die Öffentlichkeit. Nach einem ersten Gerücht am 13.07. wurde das neue Modell am nächsten Tag offiziell vorgestellt.
Bereits auf den ersten Blick fällt auf, dass die Ausstattung der Platine deutlich erweitert wurde.Raspberry Pi B+

Im Vergleich mit dem Raspberry Pi B Rev 2, werden folgende Unterschiede deutlich:

Unterschiede B / B+
RPi B Rev 2 RPi B+
2x USB 4x USB
Cinch/RGA Buchse Video und Audio in Klinkenbuchse integriert
26-poliger GPIO Header P1 40-poliger GPIO Header P1
ca. 3,75 W Leistungsaufnahme ca. 3 W Leistungsaufnahme (durch Schalt- statt Linearregler)
SD-Karten-Einschub Micro-SD-Karten-Einschub

An der CPU/GPU und dem RAM wurde nichts verändert. Hier gilt weiterhin 700 MHz und 512 MB RAM. Auch die restlichen Anschlüsse wie HDMI und Ethernet bleiben unverändert.

Die Audioqualität aus der 3,5mm Klinkenbuchse wurde sehr oft bemängelt. Auch hier wurde nachgebessert. Wie sich die neue Audioqualität bemerkbar macht, kann ich selber noch nicht beurteilen.
Die absolute Besonderheit ist, dass der Preis des neuen Raspberry Pi, dem des alten entspricht, nämlich 35 USD.
Zwar wird seitens der Foundation beteuert, dass die alten Versionen weiterhin produziert werden, aber ich denke, dass der B+ zumindest die Version B über kurz oder lang ablöst.

Problematisch wird es etwas bei der Adaptierung von Erweiterungsboard. Zwar sind die ersten 26 Pins der GPIO Leiste genau mit der alten Leiste identisch, jedoch kommen weitere 14 Pins dazu. Das könnte Probleme beim Aufstecken von alten 26-poligen Wannensteckern geben.

Raspberry Pi B+ GPIO Pinout

Raspberry Pi B+ GPIO Pinout

Eine gute Übersicht, über Addon-Boards die weiterhin funktionieren, gibt es auf diesem Blog.

Auch sehr interessant ist die nun dritte I²C Schnittstelle. Diese ist allerdings nur dafür gedacht ein EEPROM auszulesen welches Informationen über GPIO Setups und Treiber enthalten kann. Diese können dann beim Bootvorgang direkt eingelesen werden und die Einstellungen von Raspbian automatisch durchgeführt werden.

Ohne es es bisher selber ausprobieren zu können, kann ich mir vorstellen, dass nun für unterschiedliche Projekte nicht das ganze OS auf der SD-Karte getauscht werden muss, sondern lediglich ein projektspezifisches EEPROM erstellt werden kann.

Weiterhin problematisch wird es bei Board die komplett auf dem Raspberry Pi auflagen. Durch die neue Form, die zwei USB Buchsen, kann das Aufstecken unter Umständen problematisch werden.

Für mein aktuelles Buch war der Erscheinungstermin gänzlich ungünstig. Ohne echte Vorwarnung, schockte mich die offizielle Bekanntgabe des RPi B+. Das Buch befand sich in der Endphase, wird aber nun mit Hochdruck auf das neue Modell angepasst.
Alle Kapitel werden nun Lösungen für die beiden alten Versionen, sowie für den B+ erhalten.

Weiterführende Links:

Offizielle Bekanntgabe

Der Raspberry Pi B+ bei Amazon

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