HomeServer – Brauche ich das? Mein Setup

Einleitung

Vor einiger Zeit habe ich angefangen mich mit dem Thema NAS (Network Attached Storage) zu beschäftigen und habe mit einen ODROID-HC2 besorgt. Dabei handelt es sich um einen Einplatinencomputer, ähnlich dem Raspberry Pi, mit einer großen Heatsink. Darauf kann man per SATA eine 3,5″-Festplatte installieren.

In Sachen Performance hat dieser kleine Rechner jedoch mehr zu bieten als ein Raspberry Pi:

  • Samsung Exynos5422 Cortex-A15 2Ghz and Cortex-A7 Octa core CPUs
  •  2Gbyte LPDDR3 RAM PoP stacked
  •  SATA-3 port for 3.5inch or 2.5inch HDD/SSD  storage up to 27mm thickness
  • Gigabit Ethernet port
  • USB 2.0 Host
  • UHS-1 capable micro-SD card slot for boot media
  • Size : 197 x 115 x 42 mm approx.(Aluminium cooling frame size)
  • Linux server OS images based on modern Kernel 4.14 LTS

Um auch die Anfänge meiner HomeServer-Karierre nicht undokumentiert zu lassen ist im nachfolgenden Bild sichtbar, wie meine ODROIDs ihr Dasein im Schuhschrank fristeten. (Ich besorgte mir später einen weiteren ODROID-HC1 (Baugleich, lediglich für 2,5″ Festplatten)

Ich installierte Openmediavault auf dem Gerät und machte die angeschlossene Festplatte somit im Netzwerk als SMB-Laufwerk verfügbar. Soweit so gut..

Als ich mich weitergehend damit beschäftigte, stolperte ich über Plex, ein Mediacenter welches im Stil von Netflix & Co, welches Mediendateien auf Smartphone, TV, Apple TV, Tablet, etc zur Verfügung stellt.

Auch das funktioniert auf dem ODROID-HC2 bis auf weiteres problemlos. Allerdings nur bis zu dem Punkt an dem man begreift, dass der Plex-Server die Videodateien nicht „nur“ streamt, sondern auch an das jeweilige Abspielgerät anpassen muss. Das sogenannte „Transcoding“.

Transcoding erfordert je nach Ursprungsformat der Videodatei eine Menge Rechenpower, welche in der Regel nur durch eine GPU (Grafikkarte) zur Verfügung gestellt werden kann. Ist die „Transcoding-Power“ unzureichend, so endet das Filmvergnügen in endlosem „Buffering“, da der Server mit der Konvertierung der Mediendatei nicht hinterherkommt.

Zeitgleich beschäftigte ich mit der Frage: Wie stelle ich Backups meiner Daten her? 
Das ist in der Tat eine berechtigte Frage, da ich in meinem damaligen Setup nur eine Festplatte an den ODROID-HC2 anschließen konnte.

Nach etlicher Recherche und vor allem dem aufmerksamen Lesen im Subreddit /r/homelab, kam ich zu dem Entschluss, dass ich mein Setup erweitern muss…

Das Ergebnis gibt es in den folgenden Kapiteln.

Was ist ein HomeServer?

Ein HomeServer ist, was der Name bereit suggeriert, ein Server im eigenen Zuhause. Server ist ein weitgreifender Begriff und was ein Server leisten muss, hängt immer von dein eigenen Vorstellungen ab.

Ich habe, bevor ich mich mit dem Thema beschäftigte, nicht gedacht, dass ich jemals einen Server Zuhause brauchen werde. Ebenso denke ich auch weiterhin, dass niemand wirklich einen Server „braucht“

Ein HomeServer zeigt seinen Wert, sobald man versteht welchen Mehrwert oder Komfort er einem als Benutzer bieten kann. Die zuvor erwähnten Funktionen wie NAS und Mediaserver sind nur zwei von zahlreichen Funktionen, die ein Server im Heimnetzwerk erfüllen kann. Man muss kein Entwickler oder Netzwerktechniker sein um von dem Mehrwert eines HomeServer zu profitieren.

Nachfolgend liste ich die Funktionen auf, die mein HomeServer aktuell erfüllt. Später gehe ich auf jede Funktion im Detail ein.

  • NAS – Openmediavault
  • Self-hosted Wiki – Bookstack (ich dokumentiere einige meiner Projekte in einem privaten Wiki)
  • Mediaserver – Plex
  • Statistiken für Plex – Tautulli (Sinnvoll, wenn man seine Mediathek mit der Familie teilt)
  • Docker – Portainer (Eine grafische Oberfläche zum Verwalten von Docker-Container)
  • Ad-Blocker fürs Heimnetzwerk – Pi-Hole
  • OpenVPN – Ein VPN Server, der mich auch von Unterwegs oder an anderen Computern auf alle Funktionen und Dateien meines Servers zugreifen lässt (Ohne Ports freigeben zu müssen)
  • Statistiken im Dashboard – Grafana
  • Mehr Statistiken – Netdata
  • Erweiterung der Apple-Homekit Infrastruktur – Homebridge
  • Erste Schritte im Machine Learning – Jupyter Notebook
  • Radarr und Sonarr – Das Herz des Mediacenters (Bitte selbst ergoogeln)
  • Automatische Konvertierung von Mediendateien in das optimale Format – Tdarr
  • Homescreen aller Applikationen – Heimdall

Mein Server

Für mein Upgrade vom ODROID-HC2 habe ich mich für eine kostengünstige, aber effektive Variante entschieden. Ich habe Komponenten gewählt und den Server selbst zusammengebaut. Genauso wie man sich seinen Gaming-PC zusammenstellt allerdings mit weniger Fokus auf die Spiele-Performance.
Ich habe mein Augenmerk auf den Energieverbrauch und Geräuschkulisse gelegt, da der Server 24/7 laufen soll.

Mein Setup besteht aus folgenden Komponenten:

  • Mainboard: ASRock J5005-ITX MB Intel Gemini Lake (Mini ITX)
  • Prozessor: Intel Quad-Core Pentium Prozessor J5005 (bis zu 2, 8 GHz) (Ist bereits fest auf dem Mainboard verlötet und wird nur passiv gekühlt)
  • RAM: Crucial 2x8GB DDR4 SODIMM 2400 MHz (Laptop-Ram-Formfaktor)
  • Festplatten: 2x Ironwolf 4TB + 1x WD Red 4 TB Backup + 1x 128Gb SSD für das OS
  • Gehäuse: Sharkoon QB One Mini ITX
  • Netzteil: PicoPSU-150-XT (150W-Mini-Netzteil zum direkten Aufstecken auf das Mainboard. Ohne Lüfter)

Das gesamte Setup kostet bei Amazon in etwa 350-400€.  Davon 200 für die Ironwolf Festplatten.

Das gesamte Setup entschied ich nach der Wahl des Mainboards. Das J5005, mit integrierter CPU, ist bei weitem nicht für ein aktuelles Gaming-Setup geeignet, aber die Leistung ist für meine Zwecke mehr als ausreichend.

Dazu kommt, dass es keinen aktiven Lüfter für die CPU benötigt und damit geräuschlos ist. Zudem verfügt die Intel CPU über Quick-Sync, was bei Plex den Vorteil hat, dass Videodateien mit Hardware-Unterstützung konvertiert werden können. Das ist ein Performance-Vorteil von fast 80% gegenüber CPUs, welche nicht über Quick-Sync verfügen.
Möchte man den Vorteil des Hardware-Transcoding mit einer nicht Quick-Sync-kompatiblen CPU nutzen, so kommt man um eine zusätzliche Grafikkarte nicht umher.

Ich bin mit der Auswahl der Komponenten bislang sehr zufrieden. Lediglich das Gehäuse werde ich in der nächsten Zeit auswechseln. Zwar ist das Sharkoon QB One extrem klein, kann allerdings nicht mehr als eine 3,5″ sowie eine 2,5″ Festplatte aufnehmen. Daher habe ich meine Festplatten in einem externen Festplattenkäfig. Das ist unschön, erfüllt aber seinen Zweck.

HomeSever mit externem HDD-Käfig

Aktueller HomeServer mit externem HDD-Käfig

Server mit externem Festplattenkäfig

Server mit externem Festplattenkäfig

J5005 Mainboard mit integrierter CPU

To be continued….. (Ich werde das Thema weiter erläutern und in Zukunft speziell auf die Einrichtung der Docker-Container eingehen)

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